PrivatPraxis
Huhnsgasse 34

50676 Köln

Dr. med. H. Biedermann
Chirurg | Chirotherapie
Lebenslauf & Publikationsliste

Dr. med. B. Küsgen
Orthopädie | Chirotherapie
Lebenslauf

Dr. med. H.J. Schmitz
Allgemein- Sport- & Umweltmedizin | Chirotherapie
Lebenslauf

Tel.: 0221 / 716 555 - 0
Fax: 0221 / 716.555 -15
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Bitte beachten: Die Parkplätze auf dem Gelände gehören zum Nachbarhaus, nicht zur Praxis - leider.

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Familientraditionen

…sehen wir fast täglich in unserer Arbeit. Häufig ist es so, dass erst der Nachwuchs gebracht wird, die ganz kleinen mit ihren KiSS- Problemen, die Schulkinder mit Wahrnehmungs- und Koordinationsschwierigkeiten. Vieles von dem, was anderen Ortes als Hyperaktivität oder Aufmerksamkeitsstörung aufgefaßt wird, hat eben auch und vor allem einen Zugang über die Wirbelsäule.

Nicht selten sind dabei die Mütter die treibende Kraft, zu uns zu kommen. Sie haben den direktesten Kummer, sei es, weil sie nachts x-mal aufstehen müssen wegen des schlechten Schlafs ihrer Kinder, sei es, weil sie es in der Regel sind, die bei Besprechungen in der Schule oder im Kindergarten Kopf und Seele hinhalten müssen. Sie sind auch die, die mit Leidensgenossinnen diskutierend dann uns als mögliche Lösung ins Auge fassen.

Der Vater – wenn er überhaupt Zeit&Lust hat beim ersten Mal mitzukommen – sitzt nicht selten mit verknoteten Beinen und Hand vor dem Mund da. Die Körpersprache sagt dann: “Glaub ich ‘eh nix von, lass mich mit dem Voodoo in Ruhe!” Wenn es dann geklappt hat – und das tut’s halt recht oft (aber nie oft genug) – kommen beim nächsten Mal viel entspanntere Väter zum Vorschein, die manchmal sogar lächeln können ;-)

Auf die Frage: “War es besser als Sie zu Anfang gedacht haben?” schauen die Väter erstaunt bis ertappt. Wenn man dann etwas ironisch auf die Gestik beim ersten Besuch hinweist bricht oft das Eis und die Atmosphäre entspannt sich. Jetzt dann erst kommen viele Anmerkungen zur eigenen Gesundheit und – fest stereotyp – die Frage: “Behandeln Sie auch Erwachsene?”.

Nun kommen die Details der eigenen Leidensgeschichte auf den Tisch und man sieht all die Parallelen zwischen den Beschwerden der Großen und der Kleinen. Das ist einer der fasszinierendsten Aspekte unserer Arbeit: wie wirken sich die selben funktionellen Beschwerden in unterschiedlichen Lebensaltern aus?

Wahrscheinlich ist eine Berufskarriere viel zu kurz, um diese Beobachtungen aufzuarbeiten. Man sieht so vieles und will dem allem nachgehen. ARS LONGA VITA BREVIS seufzte schon Hippokrates (in der lateinischen Übersetzung bekannter als das ‘Ὁ βίος βραχύς, ἡ δὲ τέχνη μακρή’ des griechischen Originals). Aber es macht Spaß, nach dem Nachwuchs dann auch den Eltern helfen zu können…

 

Heinz- Jürgen Schmitz

Mit Heinz- Jürgen Schmitz (genannt: René) haben wir einen neuen ‘alten’ Kollegen mit an Bord, der unser Spektrum um einige interessante Facetten erweitern wird.. (Lebenslauf H.J. Schmitz)

Bettina Küsgen

Unsere neue ärztliche Kollegin ist nun schon fast ein Jahr bei uns und da dachten wir dass es doch Zeit ist, sie mal vorzustellen. Also haben wir sie um eine kleine Zusammenfassung gebeten:

Mein Name ist  Dr. Bettina Küsgen ,  und ich bin seit Frühjahr 2010 hier in der Huhnsgasse 34 dabei. Seit dem Herbst arbeite ich regelmäßig mit in der Praxis.

Geboren und aufgewachsen bin ich in Köln und Umgebung. Mein Medizinstudium hat mich später dann nach Leipzig geführt.
Da meine Schwester schwerstbehindert ist (CP, Tetraspastik) habe ich das Leben in dieser besonderen Familiensituation mit allen damit verbundenen Höhen und Tiefen erlebt. Mag sein, dass es mich gerade deshalb zur Medizin und zur Orthopädie gezogen hat und später in meiner Facharzt- Ausbildung die ‘besonderen’ Kinder – sei es mit oder ohne Behinderung – für mich immer interessant und wichtig waren.

Zunächst war ich dann nach dem Studium an der Orthopädischen Uniklinik Heidelberg (mit Schwerpunkt Kinder- & Neuroorthopädie) im Rahmen meiner Facharztausbildung zur Orthopädin. Danach ab 2001 Fortsetzung der orthopädischen und unfallchirurgischen Ausbildung in London für fast drei Jahre. Nach meiner Rückkehr nach Deutschland arbeitete ich in der orthopädischen Abteilung des Josefs-Krankenhauses in Engelskirchen bis in 2008.

Mit meiner Arbeit hier in der Huhnsgasse hat sich der Kreis meiner orthopädischen und manualmedizinischen Ausbildung zur Kindermanualmedizin hin geschlossen. Darüber freue ich mich sehr, denn dieses Thema interessierte mich in den letzten Phasen meiner Ausbildung zunehmend; so hat sich das als schlüssiger Tätigkeitsschwerpunkt herauskristallisiert.

Hier in der Praxis kann ich diese ‘Spezialstrecke’ wie kaum anderswo weiterverfolgen und mein Wissen um die Funktionsstörungen der Wirbelsäule bei Kindern immer weiter vertiefen und weitergeben.

Ich bin verheiratet mit einem Nichtmediziner und habe selbst zwei Kinder (geboren 2005 und 2008), mit denen ich im Bergischen – meiner alten Heimat – lebe.

Heiner Biedermann

Hier eine kleine Zusammenfassung meiner  bisherigen Tätigkeiten und eine Publikationsliste:

  • Geboren in Waldsee (wo mein Vater damals als Chirurg an der Klinik arbeitete). Wir sind dann schnell nach Stuttgart umgezogen.

  • Schule in Stuttgart, teils avantgardistisch (Maerz-Schule – wir wohnten daneben), teils Dorfschule (Riedenberg, ein Vorort von Stuttgart), dann klassisches Gymnasium (Dillmann); schließlich Abitur 1969

  • Mit meinem relativ guten Abi meinte ich mich nur in München bewerben zu müssen, F.J.Strauss’ “Landeskinderbonus” schenkte dann allen Bayern in letzter Sekunde eine volle Abitursnote – notgedrungen ein Semester Chemie in München (Großvater Chemiker/Pharmazeut).

  • Reumütig nach Tübingen und dort die Medizin durchgezogen. Da wir noch - als letztes Semester – Bestallungsordnung hatten blieb Zeit für anderes: Physik, Chinesisch und ein bißchen Psychologie.

  • Staatsexamen 1976

  • Medizinalassistent in Sindelfingen und schon während des Studiums in den Ferien in verschiedenen Kliniken gejobbt.

  • Von 1979 – 1981 Bei Friedel Gutmann in der Klinik für Manuelle Therapie in Hamm gearbeitet und gelernt. In dieser Zeit beginn der wissenschaftlichen Kooperation mit Gutmann bei der Herausgabe der Buchreihe Funktionelle Pathologie und Klinik der Wirbelsäule (Fischer, Stuttgart).
  • Wehrdienstzeit 1982/82 im BWK Wandsbek (Hamburg) in der Orthopädie

  • Auf einem Kongreß, wo wir beide als Sprecher eingeladen waren, lernte ich Prof. Labitzke kennen. In den Jahren 1982- 1990 arbeitete ich dann an seiner chirurgschen Abteilung im EVK Schwerte; anfangs als Assistent, später als Oberarzt.

  • Nach einem nächtlichen Anruf des schwer erkrankten Gutmann übernahm ich akut dessen Patienten in seiner Praxis in Bad Sassendorf (gemeinsame Praxis mit Dr. Berkhoff). Nach dem Tod Gutmanns blieb ich dort, bis Berkhoff einen Partner gefunden hatte.

  • Seit 1991 bin ich in eigener Praxis tätig. Über 10 Jahre in Dortmund (die dortige Praxis hat dann Dr. R.Sacher übernommen), seit 2004 in der Huhnsgasse in Köln – und das hoffentlich noch viele Jahre (si Dieu le veut).

  • Schwerpunkt der wissenschaftlichen Arbeit ist die konservative Orthopädie und Manualmedizin, hier vor allem bei Kindern und Jugendlichen und die funktionelle Röntgenanalyse der (Hals-)Wirbelsäule. Daneben Interessen in EDV, Fotografie, Bildverarbeitung, Medizingeschichte etc.

    Wissenschaftliche Kooperation mit den Universitäten

  • Münster (Biomechanik 1980 – 86)
  • Nürnberg (Optik 1997 – 99)
  • Bochum (Biopsychology seit 1998)
  • Köln (Anatomie seit 2009)
  • Seit 1981 lebe ich in Antwerpen mit belgischer Frau und inzwischen erwachsenem Sohn.

    Publikationen (Auswahl):

    1. Biedermann, H. and G.Gutmann, Sklerosierungstherapie im Bereich der Wirbelsäule, in Die Wirbelbogengengelenke ausschliesslich der Okzipito- Zervikalregion, F.W. Meinecke, Editor. 1981, Hippokrates ,. p. 167 – 170.

    2. Biedermann, H., Mikrocomputer und Publikation. UTB. 1984, Stuttgart: G. Fischer. 290.

    3. Gutmann, G. and H. Biedermann, Die Halswirbelsäule. Teil 2: Allgemeine funktionelle Pathologie und klinische Syndrome, ed. G. Gutmann and H. Biedermann. 1984, Stuttgart: Fischer Verlag.

    4. Biedermann, H.H., Von der Chiropraktik zur Manuellen Medizin. 1988, Heidelberg: Haug. 115.

    5. Biedermann, H., The Cervico- Lumbar Syndrome, in Back Pain. An International Review, J.K. Paterson and L. Burn, Editors. 1990, Kluwer Academic Publishers: Dordrecht Boston London. p. 292 – 299.

    6. Biedermann, H., Reif für die Insel? Glanz und Elend der “kleinen” Lösungen in der Krankenhaus- EDV. Krankenhaus Umschau, 1990. 59: p. 96 – 99.

    7. Biedermann, H., Kopfgelenk-induzierte Symmetriestörungen bei Kleinkindern. Kinderarzt, 1991. 22: p. 1475 – 1482.

    8. Biedermann, H., B.H. Mühlbauer, and M.A. Bazan, Plädoyer für eine “eigene” Krankenhaus- EDV. M&K Jahrbuch, 1991: p. 117 – 121.

    9. Biedermann, H., Kinematic Imbalances due to suboccipital Strain. J Manual Medicine, 1992. 6: p. 151 – 156.

    10. Biedermann, H., Manuelle Therapie bei Kleinkindern. Orthop Praxis, 1992. 28: p. 380 – 385.

    11. Biedermann, H., Zur Diskussion gestellt: Die Zervikolumbalgie. Manuelle Medizin, 1992. 30: p. 20 – 25.

    12. Gutmann, G. and H. Biedermann, Funktionelle Röntgenanalyse der Lenden- Becken- Hüftregion. Funktionelle Pathologie und Klinik der Wirbelsäule, ed. G. Gutmann and H. Biedermann. Vol. 3. 1992, Stuttgart: Fischer. 240.

    13. Biedermann, H., Das Kiss-Syndrom der Neugeborenen und Kleinkinder. Manuelle Medizin, 1993. 31: p. 97 -107.

    14. Biedermann, H., M. Fritzsch, and R. Labitzke, Acht Jahre integrierte Datenverarbeitung an einer unfallchirurgischen Abteilung: Bestandsaufnahme und Zukunftsperspektiven. Heft Unfallchir., 1993. 230: p. 1388 – 1390.

    15. Biedermann, H., Manipulation of Children. Workshop DSMM (Kolding Denmark), 1994: p. 0 – 0.

    16. Biedermann, H., Manual Therapy in Newborn and Infants. J orthop Med, 1995. 17: p. 2 – 9.

    17. Biedermann, H., Zum Artikel von A. Cramer: Gezielte manuelle Beeinflussung der oberen Atlasgelenke. Manuelle Medizin, 1995. 33: p. 23 – 25.

    18. Bazan, M. and H. Biedermann, Müll im Krankenhaus. 1996, Stuttgart: G. Fischer. 156.

    19. Biedermann, H., KISS-Kinder. 1 ed. 1996, Stuttgart: Enke. 124.

    20. Biedermann, H. and L. Koch, Zur Differentialdiagnose des KISS-Syndroms. Manuelle Medizin, 1996. 34: p. 73-81.

    21. Biedermann, H., Die Begutachtung des HWS- Weichteiltraumas: Funktion vs. Pathomorphologie. Man Med, 1998. 36(1): p. 14 – 20.

    22. Koch, L.E., H. Biedermann, and K.S. Saternus, High cervical stress and apnoea. Forensic Sci Int, 1998. 97(1): p. 1-9.

    23. Biedermann, H., ed. Manualtherapie bei Kindern. 1999, Enke: Stuttgart. 270.

    24. Biedermann, H., Primary and Secondary Cranial Asymmetry in KISS-Children., in Craniofacial Dysfunction and Pain. Manual Therapy, Assessment and Management., H.v. Piekartz and L. Bryden, Editors. 2000, Butterworth & Heinemann: London. p. 46 – 62.

    25. Biedermann, H., Schreikinder: Welche Rolle spielen vertebragene Faktoren? Manuelle Therapie, 2000. 4: p. 27 – 31.

    26. Biedermann, H., Manual Therapy in Children, in The Craniocervical Syndrome, H. Vernon, Editor. 2001, Butterworth & Heinemann: London. p. 207 – 230.

    27. Biedermann, H., Primäre und sekundäre Schädelasymmetrie bei KiSS- Kindern, in Kraniofaziale Dysfunktionen und Schmerzen, H.v. Piekartz, Editor. 2001, Thieme: Stuttgart. p. 45 – 60.

    28. Vasilyeva, L.F., S. Ilewa, and H. Biedermann, EMG- Veränderungen bei der Manualtherapie von Kleinkindern. Man. Therapie, 2001. 5: p. 122 – 126.

    29. Biedermann, H. and R. Sacher, Formvarianten des Atlas als Hinweis auf morphologische Abweichungen im Lenden/Becken/Hüftbereich. Man Med, 2002. 40: p. 330 – 338.

    30. Biedermann, H. Upper Cervical Manipulation for Infants and Children with the KiSS- Syndrome. in WFC 7th Biennial Congress. 2003. Orlando, Forida: World Federation of Chiropractic.

    31. Biedermann, H., Manual Therapy in Children. 2004, Edinburgh: Churchill & Livingston. 353.

    32. Biedermann, H. and M. Hyland, Komplexitätstheorie und Manualmedizin: Erklärungmodell manualmedizinischer Behandlungseffekte. Manuelle Medizin, 2004. 42: p. 355-360.

    33. Biedermann, H., Manualmedizin bei (Klein-) Kindern: Kooperation zwischen Neuropädiatrie und Manualmedizin. Manuelle Medizin, 2005. 43: p. 111-115.

    34. Biedermann, H., Manual Medicine of Functional Disorders in Children. Med Veritas, 2006. 3: p. 803-814.

    35. Biedermann, H., KiDD: KiSS- induzierte Dysgnosie und Dyspraxis, in Manuelle Therapie bei Kindern, H. Biedermann, Editor. 2006, Urban & Fischer / Elsevier: München. p. 269- 276.

    36. Biedermann, H., Funktionelle Pathologie der Wirbelsäule und ihr Einfluss auf die sensomotorische Entwicklung. Man Med, 2008: p. 17- 22.

    37. Biedermann, H., Kinderen met KISS- Syndroom: Oorzaken, gevolgen en manueeltherapeutische benadering. 2008, Leuven: Acco. 190.

    38. Biedermann, H., Phase Transitions: How the Functional Pathology of the Vertebral Spine Influences the Morphological Development in Children, in WFC 10. biennial congress. 2009, WFC: Montreal, Canada. p. 34- 76.

    39. Biedermann, H., Manualmedizin bei Kindern & Jugendlichen mit chronischen Erkrankungen in bvkj Herbstkongreß 2009: Bad Orb.

    40. Borusiak, P., et al., Lack of Efficacy of Manual Therapy in Children and Adolescents With Suspected Cervicogenic Headache: Results of a Prospective, Randomized, Placebo-Controlled, and Blinded Trial. Headache, 2009.

    41. Biedermann, H., Schreikinder – Einfluß funktionell- vertebragener Störungen. Auswertung einer Stichprobe von 150 behandelten Säuglingen. pädiat praxis, 2010. 76: p. 25 – 39.

    42. Biedermann, H. Die Schulter als Zielorgan externer Störungen. in EWMM- Jahreskonferenz. 2010. Köln.

    43. Ocklenburg, S., et al., Visual Experience effects Handedness. Behav Brain Res, 2010. 207: p. 447-451.

    Fünf Jahre Praxis

    Ist schon fast beängstigend, wenn man sich gewahr wird, dass wir nun seit Ende 2004 in den definitiven Praxisräumen sind; vorher im Vorderteil des Hauses in einem Notquartier auf 50qm den ganzen Sommer über. Dabei konnten wir die Baufortschritte aus nächster Nähe beobachten und so entstand dieses Bild, was den Innenraum der Praxis zeigt. Einziger Orientierungspunkt ist die Säule…

    Praxis- Innenraum im Rohbau (April '04)

    Praxis- Innenraum im Rohbau (April '04)

    Wie immer war die Zeit zu knapp und das Budget zu niedrig und es wurde Weihnachten, bis wir dann in die neuen Räume konnten. Gerade die letzten ‘Kleinigkeiten’ brauchen halt sehr lange, und wenn man da nicht die Nerven behält und vorschnell rein will ärgert man sich nachher jahrelang. Was nicht heißen soll, dass das nicht Nerven gekostet hat…

    Trockenbau-Phase des Hauptraums der Praxis

    Trockenbau-Phase des Hauptraums der Praxis

    Anfang 2005 konnten wir dann peu à peu mit der Inneneinrichtung beginnen – besonders freuten wir uns über die Bildwand vorn dran, die unser Schmid Markus Pazic liebevoll nach meinen Vorgaben maßanfertigte.

    Natürlich (und hoffentlich) ist der Ausbau der Praxis nie ganz fertig. Es soll ja wachsen und sich verändern, und so kamen im Lauf der Zeit etliche Dinge hinzu, an die wir zu Beginn gar nicht gedacht hatten. Zum Beispiel das bei Kindern enorm beliebte Pferd neben dem Empfang. Es hatte schon Jahrzehte harten Einsatzes in einer düsseldorfer Schule hinter sich und war wohl auf ein ruhiges Dasein in einem Design-Loft eingestellt… Aber nein, bei uns gehts munter weiter. Jeden Tag erklimmen dutzende Kinder seinen Rücken, während die Eltern die unvermeidlichen An- und Abmeldeformalitäten erledigen.

    Historisches

    Geschichte der Huhnsgasse und ihrer Umgebung


    (mit herzlichem Dank an Martin Stankowski, der viel zur Recherche beigetragen hat)
    Der Innenhof der Huhnsgasse 34 vor der Renovierung

    Huhnsgasse 34 im Frühjahr 2003

    In dem Gebäude, wo sich heute unsere Praxis befindet, war vorher eine Kreuzworträtsel- Druckerei untergebracht. Nach den Zerstörungen des Bombenkriegs war der Häuserblock der Huhnsgasse 34 als einziger in der Umgegend stehen geblieben und unmittelbar nach ’45 mehr schlecht als recht repariert worden. Verkleinerte Fenster, an die Fassade angeschraubte Lifte und allerlei Grün, was sich in Jahrzehnten zwischen den Fugen eingenistet hatte. Die Hoffläche wurde zum Parken, für viele Müllcontainer und allerlei Schuppen genutzt. So fanden wir das Gebäude vor, man braucht da schon ein bißchen Fantasie, um das Potential zu sehen…

    Der alte Herr Feldmann hatte nach dem Krieg hier angefangen und in all den Jahrzehnten die Silben- Schweden- und Kreuzworträtsel herausgegeben, die ihm von fleißigen AutorInnen (meist pensionierten Lehrerinnen) geliefert worden waren. Er legte übrigens bis zum Schluß Wert auf ‘handgemachte’ Rätsel; die Computer- generierten Teile waren ihm ein Graus…

    Dieser Schreibtisch steht da, wo heute das vordere Behandlungszimmer ist

    H. Feldmann in seinem Büro

    Über zwanzig Arbeitnehmer waren hier in den besten Zeiten beschäftigt, und noch heute steht im Keller eine Heidelberger Tiegeldruckmaschine als Nachlass, die wir in Stand gesetzt haben und – viel zu wenig – auch gebrauchen. Auch in der Praxis haben wir diverse Handdruckmaschinen und einen kompletten Bleisatz (der allerdings aus einer anderen Druckerei stammt). Hier hilft uns Ralf Liebe, der mit seinem Engagement für den Bleisatz spontan seine Unterstützung anbot . So können wir zumindest ein bisschen an diese Tradition erinnern.

    Das ‘Biotop’ der Druckerei war schon einen Besuch wert und ich bereue heute zu tiefst, dass ich nicht viel mehr Bilder machte. So bleiben vom Sekretariat nur wenige Schnappschüsse, die die Symbiose zwischen den beiden Sekretärinnen und ihren Sittichen dokumentiert, vom ‘speziell aufgeräumten’ Schreibtisch ganz zu schweigen. Ich konnte verstehen, dass es allen schwer fiel, sich von diesem Arbeitsplatz zu verabschieden.

    Sekretärin und Vögel

    Sekretariat der Kreuzworträtsel- Druckerei

    Feldmann hatte die Gebäude der Firma Boonekamp abgekauft, die in den Jahrzehnten vorher (im Adressbuch seit 1919) hier Schnaps und Pralinen gefertigt hatte. Auch ein ehrenwertes Gewerbe. Davor ist in der Huhnsgasse 34 eine Firma für Wassertechnik zu finden. Der Wasserturm (in dem jetzt das bekannte Hotel untergebracht ist) liegt ganz in der Nähe und war zu seiner Zeit eine revolutionäre Neuerung, die die Versorgung der Südstadt mit sauberem Wasser sicherstellte.
    Das Gebäude dürfte in der zweiten Hälfte des 19. Jhds. gebaut worden sein (ca. 1890), als die Schleifung der alten Festungswälle Platz schaffte für die Ansiedlung von Industrie und Gewerbe. Vorher war die Huhnsgasse der Zugang zum Weyertor, von dem aus die Straße nach Südwesten führte. Dieses Tor war kein sehr wichtiger Verkehrsknotenpunkt, trotzdem fanden sich dahinter die üblichen Abspannungen und – damit die Wartenden nicht durstig blieben – an den Straßen kleine Brauereien. Vor der Mitte des 19. Jhds. existierte hier noch keine dichte Bebauung. Kleine Häuschen standen am Straßenrand, dahinter waren Obstgärten. Gemüseanbau oder Weinreben, deren Produkt nicht umsonst als “sürer Hungk” bekannt war…
    Aber die Nähe des Stadttores zog auch andere an, und so ist für diese Gegend auch ein Straßenstrich und diverse Abortgruben dokumentiert (s. Karte “Gebührkaule” = Abfallgrube). Etwas weiter die Strasse runter wurde es dann schon ehrenwerter: Seit dem 15. Jhd. ist dort eine Schule nachgewiesen, just da, wo noch heute Schulbänke stehen.

    Zu Beginn des 19. Jhds, fand auch die Umtaufe der Hundsgasse in die Huhnsgasse statt. Hatten wir ursprünglich an einen Schreibfehler Napoleonischer Katasterbeamter geglaubt, wurden wir von Martin Stankowskis Recherchen eines Besseren belehrt:
    Wallraff hatte sich damals zum Ziel gesetzt, hässliche oder “prejorative’ Namen Kölner Straßen und Plätze zu verschönen. So wurde aus dem Pissgässchen die Komödienstraße und aus dem Hundegasse eben die Huhnsgasse.

    Was es mit dem ursprünglichen Namen auf sich hatte ist nicht sicher festzumachen. Mehrere Möglichkeiten bestehen:
    ‚hun’ bedeutet braun, morastig, was der Gegend sicher angemessen war. Eine andere Etymologie geht dann auf die Bedeutung junger Bär, Bursche zurück um schließlich ganz einfach auch auf den Hund zu kommen, als blöder Hund, fauler Hund oder feiger Hund ja nicht sehr gut beleumundet. Weshalb die Umbenennung in Wallraffs Sinne verhindern sollte “dass Touristen von der Plattheit der Kölner abgestoßen werden” – ganz in unserem Sinne.
    Das ganze Gebiet gehörte in dieser Zeit zu Klosterbesitz, wahrscheinlich zu St. Mauritius. Dieser Heilige, der ja als Afrikaner ein ganz früher ‚Immi’ wäre (wie man in Köln die Zugereisten nennt) hatte seine Kirche gleich außerhalb der Römermauer nördlich von uns. Wo wir heute sind war auch das Gräberfeld, das an die römische Tradition anknüpfte, seine Verstorbenen am Rande der Ausfallstraßen beizusetzen. Im römisch-germanischen Museum sind etliche der Grabstellen ausgestellt.

    Huhnsgasse im 16. Jhd. (aus Keussen, kölner Topographie)

    Huhnsgasse im 16. Jhd. (aus Keussen, kölner Topographie)

    Schon ab dem 13. Jahrhundert lag unser Areal innerhalb der Stadtmauern. Vorher war die Stadtgrenze jenseits des Mauritiussteinwegs, der dann südlich in den Rothgerberbach übergeht und so die römische Stadtmauer markiert.
    Doch schon viel früher war hier Betrieb: die Hundegasse war die Verlängerung der Luxemburger Strasse Richtung römisches Stadttor, und über diesen Militär- und Handelsweg war Köln mit Zülpich (Tolbiacum) und Trier (Augusta Treverorum) verbunden.

    So sitzen wir mit unserer kleinen Praxis eigentlich an einer ganz guten Stelle:
    Mitten in einem alten Knochenfeld aus der Römerzeit, vor den Stadtmauern der Römer – wo die Feldscher und Chirurgen in Friedenszeiten hingeschoben wurden) und in Gebäuden, die schon allerhand Anregendes für Körper und Geist produzierten.

    Wir werden uns bemühen, diesen Traditionen gerecht zu werden…

    Köln, November 2005
    H. Biedermann