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Vom Geraderichten: Orthesen und Einlagen

Das Geraderichten des Kopfs hat eine lange Tradition.

Kopforthese n. Levacher (aus Schanz, 1908 - aufs Bild klicken vergrößert)

Zur Orthopädie gehört von Anfang an das geraderichten untrennbar dazu. Das Bäumchen, zurechtgezurrt und an einem Stock ausgerichtet, findet sich auf vielen Briefköpfen von Orthopäden. Immer steht das Bestreben vorn dran, durch Begradigung auch eine Verbesserung erreichen zu wollen.

Heute verfügen wir über viele technische Errungenschaften, an Material und Untersuchungstechnik, aber letztendlich bleiben die großen Linien dieselben.  Je weniger man die eigentlichen Ursachen einer Fehlhaltung beeinflussen kann desto berechtigter ist der Ansatz, wenigstens die Auswirkungen zu reduzieren. Schon Schanz wies aber in seinem ‚Handbuch der orthopädischen Technik‚ vor über hundert Jahren darauf hin, dass man die Nachteile im Auge behalten sollte:

„Legen wir an ein ganz gesundes Bein z.B eine Schiene, und möge es der bestkonstruierte Schienenhülesenapparat sein, so können wir in ganz kurzer Frist an diesem Bein eine Atrophie nachweisen“.

Immer noch richtig.
Also sollte jede stützende/redressierende/geraderichtende Maßnahme genau und gerade darauf bedacht werden. Das gilt für Einlagen, aber ebenso für Stützkorsetts bei älteren Patienten und die berüchtigten Helmorthesen..

Es ist manchmal schwer, mit seinem Nachwuchs bei Orthopäden wieder aus der Praxis zu kommen ohne Einlagen verschrieben zu bekommen. Bei Einlagen ist es aber fast immer besser, die Ursache der Fußfehlhaltung anzugehen. Wir wissen seit vielen Jahren, dass Einlagen zwar die Stellung des Fußes akut normalisieren können, aber dadurch eben auch die eigentlich dafür ‚zuständige‘ Muskulatur erschlaffen lassen. Es sieht dann besser aus, ist aber funktionell schlechter. Kein guter Tausch…

Schanz zur Plattfuß- Behandlung (aufs Bild klicken vergrößert)

So sehr Einlagen bei Zustand nach Klumpfuß- Op oder nach Unfällen unvermeidlich sein können, so kritisch sollte man ihnen ansonsten gegenüberstehen. Schon Schanz – einer der Großen Alten der Orhopädie – hatte auf dies hingewiesen (s. Abb.). Und da ändern auch die verschiedenen Modelle von ‚propriozeptiven‘ oder ’sensomotorischen‘ Einlagen nichts – außer dass sie noch teuerer sind als die klassischen Versionen. Wie uns viele Damen täglich vor

Augen führen sind unsere Füße fast unbegrenzt anpassungsfähig an sie quälendes Schuhwerk und davon genauso wenig beeindruckbar wie durch die therapeutschen Versuche mit Einlagen…

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