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Unser Konzept
Bei
unserer Untersuchung und Behandlung der Patienten steht die Manualmedizin im Mittelpunkt. Sie
ist funktionelles Modell, keine "Grifftechnik", die man wie auch immer
einsetzen kann. Das Wichtigste ist hierbei, den aktuellen Beschwerden so auf den
Leib zu rücken, dass man deren strukturelle Ursache erfasst - und nicht nur
ihre Symptome. Bei einem Schulterschmerz kommt es nicht darauf an, welcher
Muskel da wie verkürzt ist, sondern welches Problem dazu geführt hat,
dass diese Schulter falsch ‚funktionierte' und so begann zu schmerzen. Dazu gehört
zuallererst das Erfassen der Vorgeschichte und der Begleitumstände der Beschwerden.
Oft sind es Funktionsstörungen, die den besten Ansatzpunkt für unsere
Bemühungen ergeben, und nicht die ‚usual suspects' Bandscheibe, ‚entzündeter'
Nerv oder der berüchtigte ‚Verschleiß'. Das häufige "Mit
diesen Schmerzen müssen Sie leben" werden Sie von uns nicht hören. Solch
ein Vorgehen ist nur dann sinngebend, wenn man die diagnostische und therapeutische
Technik in ein funktionelles Konzept einbettet. Dieses Konzept trägt der
Komplexität der Interaktion vertebragener Funktionsstörungen mit dem
Umfeld und der Langfristigkeit ihrer Effekte Rechnung. Darin gehen die genetische
Komponenten ebenso ein wie die weiteren (Stör-)Faktoren der sensomotorischen
Entwicklung, die in jeder Lebensphase anders bewertet werden müssen. Erst
mit dem Blick auf mögliche Langzeit-Konsequenzen wird verständlich,
warum man bei manchen Patienten zur Behandlung von Problemen rät, die für
sie selber gar nicht im Mittelpunkt standen. Eine Grundlage manualmedizinischer
Diagnostik ist die sorgfältige funktionelle und morphologische Analyse des
röntgenologisch Erfassbaren. Dafür gibt es in Jahrzehnten herausgearbeitete
Kriterien, die uns erlauben, aus ‚simplen Röntgenbildern' ungleich mehr Information
zu gewinnen, als dies gemeinhin der Fall ist. Manualmedizin unter diesen Gesichtspunkten
kann nicht isoliert gesehen werden. Nur unter Berücksichtigung der anatomischen
und neurologischen Grundlagen kann das bei der Funktionsanalyse Gewonnene in eine
Gesamtschau korrekt eingeordnet werden. Eine Untersuchung gerade jüngerer
Patienten setzt Ruhe und Gelassenheit auf beiden Seiten voraus. Wohl kann man
das bei unseren Klein- und Schulkindern nicht immer erzwingen, aber die Atmosphäre
und die vorhandene Zeit sollten dabei helfen. Wir bitten die Eltern und Patienten,
sich auf das erste Gespräch genauso gut vorzubereiten, wie wir das selber
zu tun bestrebt sind. Man ist oft erstaunt, wie viele Informationen aus Fotos,
Befunden und der Schilderung der Entwicklung gewonnen werden können, wenn
man sich vor den Hintergrund von Jahren klinischer Erfahrung die Zeit dafür
nimmt. Ganz wichtig ist uns, unsere Patienten nicht durch ein Übermaß
an Aktivität zu irritieren. Oft ist eine sparsame aber gezielte Einzeltherapie
besser, als ein Potpourri von Behandlungsansätzen, die sich nicht selten
gegenseitig im Weg stehen. Gerade vor und nach unserer Therapie an der Halswirbelsäule
bitten wir deshalb, keine sonstigen Behandlungen hier durchführen zu lassen.
Wir erlebten immer wieder, dass gerade in dieser Gegend sehr schnell viel zu viel
ist. Auch bei den durchaus vorkommenden Erstverschlechterungen nach Behandlung
ist es wichtig, Geduld zu bewahren und dem Organismus die Zeit zu lassen, sich
mit der Therapie auseinanderzusetzen. Das kann bei Babies zu einer unruhigen Nacht,
bei Schulkindern zu einer Woche ‚wuseligen' Verhaltens und bei Erwachsenen zu
2-3 Tagen vermehrter Beschwerden führen. Wir sind bemüht, dies alles
im Vorfeld so zu erklären, dass den Patienten und ihren Familien das Warten
auf die Besserung nicht zu schwer fällt. Um
zum Erfolg zu kommen brauchen auch die besten Ärzte vier Dinge: die
Hilfe und das Vertrauen der Patienten
eine
optimale Voruntersuchung
gute
Behandlungstechniken
und das
Quäntchen Glück, ohne das nichts geht.
Wenn
Sie uns helfen, dies zusammenzubringen, haben wir gemeinsam eine gute Chance,
zum Erfolg zu gelangen. Lassen Sie's uns versuchen!
Köln, Dezember 2008 Dr. H. Biedermann |
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