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… nur ein Teil des Kuchens

Immer wieder hören wir von unseren Patienten die Frage: „Ist das die Ursache unseres Kummers?“ – und müssen dann sagen: „Nein, es ist ein mehr oder weniger wichtiger Teil des Problems, aber sicher nicht alles.“

Alles wären froh, wenn sich eine Verhaltensproblematik, eine Krankheit, eine Funktionsstörung auf nur ein Problem zurückführen ließen.
Dann ist die Lösung mit einem Drehen an der Stellschraube zu bekommen. Aber fast immer kommt halt Einiges zusammen.

Der ‚Vorteil‘ der manuellen Therapie ist eben, daß sie neben anderen Konzepten steht, und nicht selten diese nur indirekt beeinflußt. Oft – gerade bei Kindern und Heranwachsenden – können wir die Funktion der Organismus verbessern, und so den anderen Therapeuten vorbereitend zuarbeiten. Eine Logopädie greift effektiver, wenn wir die Funktionsstörungen der Halswirbelsäule behandelt haben, ein Verhaltenstraining ist effizienter, wenn die Statik optimiert wurde. Es ist verblüffend, wie sehr junge Leute positiv reagieren, wenn anfängliche Funktionsstörungen beseitigt werden und immer wieder schön, ihnen geholfen zu haben, da in eine solidere Basis zu finden.

Konsequenz aus diesem Ansatz ist, daß man keinen ‚Alleinvertretungsanspruch‘ für viele Probleme hat, sondern eben nur einen Teil der Kümmernisse beeinflußt. Wir behandeln nicht die Ursache, sonden einen – oft wichtigen – Teilfaktor. Das ist auch der Grund, warum wir uns trauen, unsere Hilfe bei allen möglichen genetischen Syndromen oder nach Unfällen anzubieten. Natürlich können wir keine Trisomie behandeln – aber eben die funktionellen Hemmnisse beseitigen, die es diesen ‚eh schon mit Vielem Kämpfenden noch schwerer machen. Man kann keinen Unfall ungeschehen machen, aber die ‚Nebenprobleme‘, die oft vergessen werden angehen und dadurch die Lebensqualität verbessern.

Wer so arbeitet muß auch frustrationstolerant sein, weil man naturgemäß nixht immer wird helfen können. Aber ob man helfen kann im konkreten Fall, merkt man schnell. Man muß nicht 10x behandeln, meist reicht es schon 1-2x. Wenn man dann merkt, daß die Patienten positiv reagieren, muß man nicht selten nach einigen Monaten nachsehen; aber ich wäre eher skeptisch bei monatlichen oder gar wöchentlichen Terminen. Auch eine an sich gute Behandlung schlägt in ihr Gegenteil um, wenn sie zu oft oder zu unkritisch wiederholt wird nach dem Motto: „Das hat das letzte Mal geholfen, das wird wieder helfen!“. Man muß jedes Mal – zugegebenermaßen mit den Vorbehandlungen in Erinnerung – von neuem die Situation überprüfen. Gerade die Vielfalt der Einflußmöglichkeiten macht das erforderlich.

Ein gutes Beispiel ist die Haltungsasymmerie bzw. Fehlstatik. Beileibe nicht jeder muß behandelt werden, der nicht ganz gerade ist – aber jeder, der Beschwerden hat – muß (wenn es paßt) auf die Fehlstatik hin untersucht werden. Konstitution, berufliche Umstände, soziales Umfeld – alles spielt eine Rolle, und es ist die klinische und Lebenserfahrung, die einem hilft, dann richtig einzuordnen.

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